Zeittafel zur Geschichte der Jugendmusikbewegung bis 1933  
                 
Ereignisse: Veröffentlichungen:
  1920          

„Der Spielmann", hrsg. von Klemens Neumann. 3. umgearbeitete Aufl. der Quickbornlieder. Verlag Deutsches Quickbornhaus, Burg Rothenfels.

             
 
  1921  

Gründung der „Markischen Spielgemeinde" Berlin, Jugend- u. Stu­dentenchor. Singfahrten, Leiter: Georg Götsch.

Pfingsten: Erste Reichsschulmusikwoche in Berlin, veranstaltet Vocn Zentralinstitut fiir Erziehung u. Unterricht. Jöde spricht über „Unser Musikleben" und formuliert den Kernsatz: „Musik ist Geborenes und will als solches nicht gekannt, gewusst und gekonnt sein, sondern le­ben und gelebt werden".

30.-31. Juli: Tagung des Mitarbeiterkreises der „Laute" in Heidelberg. Schaffung eines Arbeitsamtes (d. h. zentrales Sekretariat) der „Lau­te". 1. Leiter: Willi Siegele, Stuttgart.

F [erbst: Mit dem Beginn des Wintersemesters halt Jöde an der Ham­burger Volkshochschule Kurse in Musiklehre ab. Er gründet und leitet die Hamburger „Musikantengilde", die verschiedene Kirchenkonzer­te in Hamburg und in der Umgebung gibt. Aus dem VHS-Kursus und den Orchestermitgliedern der „Musikantengilde" erwachsen die er­sten Mitarbeiter der VMS Hamburg.

 

„Die Musikergilde", ein Jahrbuch der Neudeutschen Künstlergilden, hrsg. von Fritz Jöde. (Enthalt ausschließlich Musiziergut). Greifenver­lag, Rudolfstadt.

Als Heft 14-16 der Reihe „Hausmusik" erscheinen „Alte Madrigale", hrsg. von Fritz Jöde. Zwißler, Wolfenbüttel.

       
           
 
1922  

„Der Musikant", Lieder für die Schule, 1. Heft. Hrsg. Fritz Jöde. Zwißler, Wolfenbüttel.

2. Jahrbuch der „Neudeutschen Musikergilde", hrsg. von Karl Goffer­je.

Greifenverlag, Rudolstadt.

„Wach auf!" Festliche Weisen in alten u. neuen Tonsätzen, vom Turm zu blasen oder in Gemeinschaft zu singen. Hrsg.: Walther Hensel. Bohmerlandverlag, Eger.

„Die Laute" erscheint vom 6. Jahrg. ab unter dem Titel „Die Musikan­tengilde", Blatter der Erneuerung aus dem Geiste der Jugend, mit Bei­lage „Musik im Anfang", (später die Beilage „Musik in der Schule"). Hrsg. Fritz Jode. KaV Wolfenbüttel.

„Der Spielmann", Hrsg.: Klemens Neumann: 4. neue u. umgestaltete Ausgabe. Verlag Quickbornhaus, Burg Rothenfels.


1923

April: Fritz Jöde wird ordentlicher Professor an der staatl. Akademie für Kirchen- und Schulmusik, Berlin-Charlottenburg, mit der beson­deren Aufgabe, die Kräfte u. Formen der deutschen Jugendmusikbe­wegung für die Musik der Schule nutzbar zu machen. Jöde gründet hier die „Jugendmusikschule der Akademie f. Kirchen- und Schulmu sik" .

27. Mai: Gründung der „Hamburger Volksmusikschule" durch den „Musikausschuss der Gesellsch. der Freunde des vaterländischen Schul- u. Erziehungswesens, Hamburg", Leitung: Armin Clasen u. Ludwig Moormann, (später Hermann Schutt, Engelhard Barthe, Hein­rich Schumann, Max Schlensog und Hilmar Trede). 10.-17. Juli: „Die Finkensteiner Singwoche" in Finkenstein bei Mah­risch-Trübau. Ltg.: Walther u. Olga Hensel.

20.-27. August: 1. Singwoche der neuen von Hensel und „Finken­stein" ausgehenden Bewegung auf reichsdeutschem Boden in der Her­renhuter Siedlung Gnadenfrei, Bez. Breslau.

November: „Finkensteiner Bund der Sing- u. Spielgemeinden", Gründung in Prag, Vorsitzender: Hans Klein. „Finkensteiner Bund e.V." Geschäftsführer: Karl Vötterle.

Walther Hensel: „Lied und Volk", eine Streitschrift wider das falsche deutsche Lied. Bohmerlandverlag, Eger.

3. Jahrbuch der „Musikantengilde", (früher „Neudeutsche Musiker­gilde"), hrsg. von Max Schlensog. Greifenverlag, Rudolstadt. „Das Aufrecht Fähnlein". Ein neu Liederbuch für Studenten u. Volk,

i. A. des Bundes der deutschen Böhmerländischen Freischaren in Prag hrsg. von Walther Hensel. Bohmerlandverlag, Eger.

„Finkensteiner Blatter". Ein lebendiges Liederbuch in monatlicher Folge. Hrsg.: Walther Hensel. BVA. Fritz Jöde: „Unser Musikleben", Absage und Beginn. Zwif3ler, Wol­fenbüttel.

Walther Hensel: _lm Zeichen des Volksliedes". Ein Wegweiser für Heimat und Volk zu einer musikalischen Erweckung als notwendige Vorstufe der Erneuerung. Sudetendeutsch. Verl. Franz Kraus, Rei­chenberg.

 
 
  1924  

12. April: Gründung des Bärenreiter-Verlages in Augsburg durch Karl Vötterle.

27. Juli-3. August: Erste Jugendmusikwoche der deutschen Musikan­tengilden auf der Thüringischen Jugendburg Lobeda. Ltg.: Fritz Jode.

Der erste Fahrtenchor „Akademische Vereinigung Marburg" singt erstmals in Danzig Werke von Heinrich Schütz.

Gründung des Bachkreises Tübinger (ab 1925 Göttinger) Studenten, Fahrtenchor. Leiter: Erich Vogelsang, Organist: Felix Messerschmid.

 

„Der Musikant", Gesamtausgabe „Beihefte zum Musikanten", hrsg. von Fritz Jöde.

„Lose Blatter der Musikantengilde" für Jugend u. Volk in Schule u. Haus, hrsg. von Fritz Reusch, Zwißler, Wolfenbüttel.

Fritz Jode: „Musikschulen für Jugend und Volk". Ein Gebot der Stun­de. Zwißler, Wolfenbüttel.

„Musik in der Schule" erscheint ab Juli als 2. Beilage zur „Musikan­tengilde".

„Die Singgemeinde", Zeitschrift des „Finkensteiner Bundes". Schrift­leitg.: Heino Eppinger, (ab 2. Jg: Konrad Ameln.) Beilage: „Musika­lisch Hausgärtlein". Für die Jugend und die Singgemeinde angelegt von Walther Hensel (Später „Kleine Bärenreiterhefte"), BVA.

       
 

1925

April: Einrichtung der „Staatlichen Lehrgange für Volks- u. Jugend­musikpflege" an der AfKS, Berlin-Charlottenburg, für Teilnehmer aus allen Schichten der Bevölkerung. Ltg.: Fritz Jöde (746ff).

22. Mai: Eröffnung der VMS der Musikantengilde Berlin, Leiter: Th. H. Reichenbach. Mitarbeiter: Fritz Jode, Georg Götsch, Fritz Reusch.

31. 5.-14. 6.: „Madrigalkreis Hamburg-Tübingen" Pfingsttagung in Hamburg, Ltg.: Reinhold Heyden.

Sommer: Baltikumfahrt des Bachkreises Göttinger u. Tübinger Stu­denten.

14-tagige Konzertreise mit der VMS Hamburg nach Norwegen, Ltg.: Heinrich Schumann.

1.-7. Oktober: 2. Musikwoche der Musikantengilden auf Burg Lobe­da, gibt Anstoß zu planmäßigem Ausbau einer „inneren" Organisa­tion mit verantwortlichen Landschaftsführern.

9.-12. Oktober: Erste Schlesische Jugendmusikwoche in Brieg. Ltg.: Georg Götsch, Hermann Reichenbach, Gerhard Schwarz.

16.-19. Oktober: Arbeitskursus in Finsterwalde für Lehrer u. Freunde der Jugend, veranstaltet von den Kreislehrerraten von Finsterwalde u Luckau. Ltg.: Fritz Jöde.

1. Dezember: Walther Hensel wird Jugendmusikpfleger in Dortmund und Leiter der an das Städtische Konservatorium angegliederten Jugendmusikschule.

„Musikblatter für die deutsche Jugend" (IOGT), Hrsg.: Heinrich Schumann. Neuland-Verlag, Hamburg.

Olga Hensel: „Vom Erleben des Gesanges", eine Hilfe zum Stimmbil­dung. BVA.

„Der Kanon" ein Singbuch für alle. 1. Heft. Hrsg.: Fritz Jöde. KaV.

„Musikantenlieder für Schule und Haus". Hrsg.: Fritz Jöde. KaV. „Der singende Quell", Lieder für Fahrt u. Herberge in einfachem Satz. Hrsg.: Walther Hensel. BVA.

Walther Hensel: „Volksliedtypen". In: „Die Singgemeinde", 1. Jahrg. Heft 5. BVA.

Hans Dagobert Bruger: „Schule des Lautenspiels". KaV.

 

1926

2.-4. Januar: Gauführertagung der deutschen Musikantengilden in Göttingen, Thema: Intensivierung der in Lobeda 1925 beschlossenen Organisationsarbeit. Das Arbeitsamt der „Laute" wird nach Berlin verlegt als „Arbeitsamt der Musikantengilden", Ltg.: Fritz Reusch.

„Musikantengilde" und „Musik im Anfang" werden offizielle Organe der Musikantengilden.

„Heinrich-Schütz-Kreis", Studentischer Fahrtenchor, Ltg.: Wilh. Kamlah.

11. Juni: Fritz Jöde halt in Berlin die erste „Offene Singstunde".

September: Eröffnung der Volks- und Jugendmusikschule Neukölln. Leiter: Ernst Lothar v. Knorr.

3.-10. Oktober: Hochschulwoche (als 1. Reichsführerwoche) der Mu­sikantengilden in Brieselang bei Berlin, durchgeführt als erste Begeg­nung der Jugendmusikbewegung mit jungen Musikern u. Musikschaf­fenden der Gegenwart. (Hermann Erpf, Paul Hindemith, Heinrich Ka­minski, Ludwig Weber).

Einweihung des „Jugendhofs Hassitz" bei Glatz, Schlesien, Zentrum für Singwochen u. Wanderführerwochen. Gründer: Richard Poppe. führendes Mitglied des Finkensteiner Bundes.

Hilmar Höckner: „Jugendmusik im Landerziehungsheim", (Werk­schriften der Musikantengilde Heft 1) KaV.

Fritz Jöde: „Die Kunst Bachs, dargestellt an seinen Inventionen". Or­ganik Bd. 1. KaV.

 


1927

April: Hilmar Höckner richtet auf Schloß Bieberstein, Fulda, ein eige­nes „Archiv der Jugendmusikbewegung" ein.

Mai: Vereinbarung zwischen dem RdT'M und den Leitern der Volks­musikschulen.

26.-29. Mai: Erste Schul- und Jugendmusikwoche in Halle/Saale. Ltg.: Fritz Jode. Mitarb.: Pfannenstiel, Meier-Menzel, Höckner. Rei­chenbach, RvztarTch.

11.-17. Juli: 2. Reichsführerwoche der Musikantengilden in Lichten­tal, zusammen mit der „Deutschen Kammermusik Baden-Baden". (2.Begegnung mit zeitgenossischen Komponisten.)

27.-30. Juli: Tagung der Jugend- und Volksmusik in Frankfurt/Main veranstaltet vom ZfEU, Berlin, Teilnehmer aus Musikantengilden und Singgemeinden, Referenten u. a. Jöde, Götsch, Reusch.

Gleichzeitig veranstaltet das Stadtjugendamt eine Abendsingwoche Ltg.: Fritz Jöde u. Heinrich Schumann.

August: Der Bärenreiter-Verlag wird von Augsburg nach Kassel ver­legt.

29. 9.-3. 10: „Kirche und Musik". Führertagung im Johannesstift Spandau. Begegnung der ev. Kirche (Berneuchener Kreis) mit Musi­kantengilden u. Finkensteiner Bund .

9.-16. Oktober: 1. Schweizer Singwoche in Rüdlingen/Rhein, Ltg.: A. Rosenthal-Heinzel.

17. Dezember: Gründung des „Arbeitskreises für Volks- und Jugend­musikpflege e. V.", Sitz Berlin. (Festere Form des Arbeitskreises um Fritz Jöde.)

Erste Jugend- und Schulmusikwoche der Bayrischen Musikantengil­den auf Burg Hoheneck, Franken .

Hilmar Höckner: „Die Musik in der deutschen Jugendbewegung", entwicklungsgeschichtlich dargestellt. KaV.

Fritz Jöde: „Elementarlehre der Musik", gegeben als Anweisung im Notensingen, 1. Teil. KaV.

„Musikdienst am Volk", ein Querschnitt in Dokumenten. Hrsg.: Fritz Jöde. Mitarb.: Götsch, Reichenbach, Reusch u. a. (Werkschriften der Musikantengilde Band 3.) KaV.

„Alte weltliche Lieder" für gemischte Stimmen. 3. Teil des Chorbuchs für gemischte Stimmen, hrsg. von Fritz Jöde. KaV.

„Das neue Werk", Gemeinschaftsmusik für Jugend und Haus, hrsg. von Paul Hindemith, Fritz Jöde, Hans Mersmann. Verlag Schott's Söh­ne, Mainz u. KaV.

„Der Kreis" erscheint als Beilage zur „Musikantengilde" (statt „Mu­sik im Anfang") als „Arbeits- und Mitteilungsblatt für Singkreise". Hrsg.: Fritz Reusch.

 
   
 
  1928

1. -6. Januar: 3. Reichsführerwoche der Musikantengilden im Land­schulheim am Solling bei Holzminden .

6. Februar: 1. Rundfunksingstunde von Fritz Jöde in der NORAG, Hamburg. Titel: Hausmusik in unserer Zeit.

8--15. April: 1. Singwoche in Polen (Ostoberschlesien) Ltg.: A. Seifert .

Mai: Gründung der „Evangelischen Schule für kirchliche Volksmu­sik" im Johannesstift Berlin-Spandau. Ltg.: Fritz Reusch, Mitarb.: Ger­hard Schwarz .

5. Juli: Klemens Neumann gestorben.

9.-15. Juli: 4. Reichsführerwoche der Musikantengilden in Lichtental, gleichzeitig mit der „Deutschen Kammermusik Baden-Baden 1928". 3. Begegnung mit dem zeitgenossischen Schaffen .

„Deutscher Singkreis". Fahrtenchor. Leiter: Georg Götsch . 5.-15. August: Sing- u. Spielwoche in Elbogen (a. d. Eger). Sudeten­deutsche „Stammsingwoche". Teilnehmer aus Böhmen u. Mähren, Slowakei, Osterreich u. Deutschland. Ltg.: Walther u. Olga Hensel, Oskar Fitz .

 

Ludwig Weber: „Musik nach Volksliedern". KaV.

„Zeitschrift für Schulmusik", (früher „Musik in der Schule"), hrsg. von Fritz Jöde, Heinr. Martens, Richard Münnich, Susanne Trautwein. Schriftleitg.: Hans Fischer. KaV.

Hans Freyer: „Über die ethische Bedeutung der Musik". 2 Vorträge. (Werkschriften der Musikantengilde, Heft 5.) KaV.

„Alte Kontra-Tänze". Aus dem Englischen übertragen von Georg Götsch und Rolf Gardiner. KaV.

Ab Dezember: „Die Singstunde", eine monatliche Folge von Lieder­blättern für Jugend und Volk, hrsg. von Fritz Jöde. KaV.

Fritz Jöde. „Das schaffende Kind in der Musik", eine Anweisung für Lehrer und Freunde der Jugend. KaV.

„Deutsches Kirchenlied". Hrsg.: Erich Vogelsang u. Felix Messer­schmid. KaV.

   
       
             
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